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"religious education"

Es gibt wenig Dinge, die so unausrottbar sind wie ein Aberglaube, der einmal der menschlichen Leichtgläubigkeit fest eingepflanzt worden ist. Ein Geschlecht überträgt ihn auf das andere, und durch zahllose Generationen wird er fortgeerbt. Er passt sich nacheinander allen religiösen Glaubensformen an; die Verfolgung mag seine äussere Betätigung unterdrücken, im geheimen wird er doch weiter gepflegt, vielleicht um so hartnäckiger, je mehr er mit dem Gesetz in Widerspruch steht. Religion mag auf Religion folgen, jede neue vermehrt nur die Mittel und Wege, auf denen der Mensch dadurch, dass er den Schleier der Zukunft lüftet, seine Ohnmacht zu ergänzen, die Herrschaft über übernatürliche Kräfte zu erlangen und seine Schwachheit zu schützen sucht. Die geheiligten Riten eines entthronten Glaubens werden zur verbotenen Magie des neuen, der auf ihn folgt; die Götter des erstern werden böse Geister des letztern, wie die Devas oder Gottheiten des Veda die Daevas oder Dämonen des Avesta wurden, wie die Verehrung des Stieres bei den ersten Hebräern zur Götzendienerei unter den Propheten wurde und die Götter Griechenlands und Roms sich in die bösen Teufel der christlichen Kirchenväter verwandelten.“
Henry Charles Lea, amerikanischer Historiker (1825 bis 1909)
 
 

JESUS CHRIST WANTED
 

Jesus Christus - wer war er wirklich?

Die Weltreligionen, insbesondere das Christentum, haben in der Vergangenheit mehr Unheil als Heil über die Menschen gebracht. Man denke dabei nur an die Kreuzzüge, während denen „fromme“ Ritter und Krieger, taußende Unschuldige, darunter Frauen und Kinder dahingemetzelt haben um sich anschliesend an deren Reichtum zu vergehen. Nicht zu vergessen die Inquisition, die Jahrhunderte lang das Wissen zurückgehalten hat, um die Macht der Kirche aufrechtzuerhalten, indem sie Ketzer, Wissenschaftler (Giordano Bruno), Kirchenreformer (Jan Hus), Hexen usw. verbrannt hat. Der Messias wäre im Mittelalter hundertprozentig auf dem Scheiterhaufen gelandet, da er ebenfalls schon vor 2000 Jahren von den Herrschenden gekreuzigt worden ist.
 
 

Asatru


Im Jahr 1972 wurde in Island die Ásatráarfélagið nach langem Kampf des Gründers Sveinbjorn Beinteinsson offiziell als Religionsgemeinschaft anerkannt. Die Asatru-Priester dürfen also rechtmäßige Ehen schliesen und haben auch sonst die selben Rechte wie die christliche Staatskirche. Auch andere Asatru-Gruppen wurden in der Vergangenheit in verschiedenen Ländern als Kirchengemeinschaft zugelassen.

Asatru ist die Religion unserer Vorfahren, die am längsten im skandinavischen Raum ausgeübt wurde, bis auch dort christliche Missionare eindrangen und die Bevölkerung bekehrten. Das Christentum hat sich aber nur so sehr ausgebreitet, weil sich die Adligen, die als erste zum Christentum übertraten, damit ihnen die Untertanen folgten, wirtschaftliche und machtpolitische Vorteile daraus erhofften. Wohl auch deswegen wurde im Jahr 1000 n. Chr. beim Allthing auf Island offiziell das Christentum als Staatsreligion eingeführt. Die Jahrtausendwende kann also als formales Ende des Heidentums bezeichnet werden. Doch heute bekennen sich Thorimmer mehr Menschen zu Asatru, der Glaube an die alten Götter der Germanen, an Odin, den Donnergott Thor, den Gott der Fruchtbarkeit und des Friedens Frey, und all die anderen Götter und Göttinnen. Viele werden das als Rückschritt in ein düsteres Zeitalter bezeichnen, doch die Tatsache, das wir immer noch diese Religion hätten, wären unsere Vorfahren nicht mit Gewalt bekehrt worden, spricht für sich. Der Nachteil ist nur, daß diese Religion über 1000 Jahre lang nicht ausgeübt wurde, sich nicht fortentwickeln konnte und ein Großteil des Wissens ist für immer verloren gegangen. Für eine Naturreligion, wie es auch das moderne Asatru darstellt, ist jedoch eine kontinuierliche Weiterentwicklung charakteristisch. So könnte man sagen: Die Götter haben die Menschen erschaffen und die Menschen die Götter. Als Atheist drehe ich das natürlich gerne um. Dieser Prozeß hat irgendwann in grauer Vorzeit begonnen und leider im Mittelalter zwangsweise aufgehört - mehr oder weniger jedenfalls. Die ersten denkenden Menschen haben ziemlich wahrscheinlich die Riesen als Verkörperung der rohen Naturgewalten zu besänftigen versucht, indem sie ihnen Opfer darbrachten. Später haben sich mit dem wachsenden Bewußtsein der Vorfahren immer komplexere Gottheiten entwickelt. Die Götter waren dabei nie allmächtig oder gar allwissend und nicht einmal unsterblich. Vielmehr waren sie ein Versuch, die Welt und damit die Natur und alle Vorgänge in ihr besser zu verstehen - ein Bemühen, dem Großen Geheimnis immer näher zu kommen. Dabei muß man die Götter als Gesamtheit begreifen - sozusagen der Große Geist, wie ihn auch andere Naturvölker kennen. Für moderne Asatruar sind die Götter archetypische Kräfte im Geist des Menschen, die es gilt zu begreifen, um daraus Kraft und neue Ideen zu schöpfen.
 

Es ist eine besondere Aufgabe unserer Religion, die Verbindung des Menschen zur Natur wiederherzustellen, zu allen Kräften, die in der Natur sind, um sie verstehen zu können. Es fließt ein Bach, es wächst ein Baum, der Mensch ist nur ein Teil dieses Prozesses. Er muß sich bewußt als einen Teil des Ablaufs der Naturkräfte empfinden. Die älteren Leute, die ich als Kind kannte, das waren zwar Christen, aber sie übertrieben es nicht gerade mit dem Christentum. Auf ganz normale Weise mischten sie Christentum mit ihrem Naturglauben. Sie hatten noch das Gespür für Alfen und Wesen, die um sie waren. Es war eine so viel bessere Beziehung zwischen den Menschen und der Natur und den Menschen untereinander.“
Sveinbjorn Beinteinsson, Allsherjargoði (Priester)


Allzulange mußte der Mensch des Westens das Kreuz der Früchte fremden Geistes tragen. Diese haben ihre Chance gehabt und immer wieder in ihrem ohnmächtigen Bemühen versagt, wenn es darum ging, die Tiefen der indoeuropäischen Seele zufriedenzustellen. Ihr Zeitalter neigt sich dem Ende zu, die Zeit ist reif für eine Wiederauferstehung der Weisheit der Eriloz!“
Edred Thorsson, Goði (Priester)

Bei Asatru handelt es sich nicht um irgendeinen neuen Esoterik-Zeugs, sondern um die Rekonstruktion der alten Religion unserer Vorfahren, um das noch einmal klarzustellen.

Asatru hat auch nichts zu tun mit Rassismus, Fremdenhaß usw. Dazu ein Komentar des amerikanischen Raven Kindred:

„So, if you came here looking for racist crap, please take your jack-boots, funny armbands, and white hoods and Go to Hel.“
„Also, wenn ihr herkommt, um nach rassistischem Müll zu suchen, bitte nehmt eure Reitstiefel, komischen Ärmelstreifen und weisen Kapuzen und Fahrt zur Hölle.“

Folgende Textstellen habe ich dem Buch "ODIN - Psychologischer Streifzug durch die germanische Mythologie" vom Psychoanalytiker Horst Obleser entnommen. Er spiegelt dabei auch meine Ansicht über die alten Götter als Vorgänge in der Psyche und nicht als lebendige Wesen wieder. Diese Ansicht werde ich wohl mit einigen modernen Asatruar teilen, die C. G. Jung studiert haben. (=> Auch als Atheist kann man an Götter glauben, solange sie "nur" als Archetypen im menschlichen Geist existieren!)

„Die ungeheure Grausamkeit, mit der den Heiden die Götter genommen und das Christentum aufgezwungen wurde, muß in der Tiefe der germanischen Seele eine schmerzhafte Wunde hinterlassen haben.“ (S. 281)

„Odin war Kriegsgott einer bestimmten Gesellschaft. Heute kann dieselbe Kraft in neuer Weise wirken, auch wenn es nicht mehr die Energie eines Kriegsgottes ist. Auf uns angewandt heißt dies, daß wir uns zwar begeistern lassen und neuen Ideen gegenüber offen sein können, aber dabei selbstreflektierend, den eigenen Zielen gemäß handeln sollten. Odin reißt nur den unbewußten Menschen mit sich fort, während er dem bewußten Individuum seine kraftvollen Energien zur Verfügung stellen kann. Unter solchen Umständen ist er keine alles hinwegreißende und zerstörerisch-kreigerische Gottheit sondern eine Energieform, die den integrativen Prozessen im Menschen dient. Dazu bedarf es einer Kontrolle der Kräfte Thors, die sich in den Affekten bemerkbar machen. Dazu gehört außerdem die schöpferische Intelligenz Lokis, die gesammelte Intelligenz Hönirs und die Verläßlichkeit und Treue Heimdalls. Wenn dies schließlich alles auf der Basis einer liebenden Beziehung geschehen kann, wie es durch die Kräfte Freyas möglich ist, sind die besten Voraussetzungen für integrative Prozesse gegeben. Doch allem Anschein nach lieben wir es mehr, uns in den Leistungen der großen deutschen "Dichter und Denker" zu sonnen, als etwas zu diesen Vorgaben hinzuzufügen.
Die alten Götter bleiben solange unfreiwillig in uns am Leben, wie wir sie mißachten und ihre Energien unverstanden zurückweisen. Nur dann brechen sie inflationär, alles bestimmend über uns herein, wie es C. G. Jung beschrieben hat. Um sie anzunehmen, braucht man sie nicht in einer Weise anbeten und verehren oder gar verherrlichen, wie es immer wieder einige tun, die in der Vergangenheit suchen. Es genügt, sich für die Bilder der Seele zu interessieren, Träume und Empfindungen des Körpers ernst zu nehmen und ihnen gemäß zu handeln. Das eigene Kritik- und Urteilsvermögen braucht dabei in keiner Weise aufgegeben werden.
Jung empfahl den Weg zur "lebenden Symbolik". Er kam zu dieser Schlußfolgerung, als er feststellte, wie sehr die gegenwärtigen Menschen im Rationalismus gefangen sind und durch ihr Vernünftigsein alle Symbolik ausgeschlossen ist. Die verlorenen Symbole lassen sich nicht zurückgewinnen. Der Weg zur symbolbildenden Funktion läßt sich jedoch wiederfinden, wenn dem Unbewußten und den Träumen Beachtung geschenkt wird. Dabei ist primär die Hereinnahme des Traumes in das Leben hilfreich und wichtig, denn in den Träumen bereiten sich die Visionen vor. Die intellektuelle Interpretation darf dabei keinesfalls dominieren. Das bedeutet, "daß man mit dem Ich fest in einem Fluß psychischen Lebens verwurzelt ist, das sich in symbolischer Form ausdrückt und symbolisches Handeln erfordert." (Zitat von C. G. Jung)
Ein solches Vorgehen ist die Voraussetzung, damit die archetypischen Energien sich in uns zeitgemäß konstellieren können. An einem Beispiel läßt sich das gut zeigen: hochbrennbares Benzin auf die Holztreppe eines Hauses gekippt und angezündet, ist verheerend destruktiv (Bezug auf den Brandanschlag in Solingen), aber in einem Ottomotor gibt derselbe Brennstoff phantastische Antriebsenergie ab. Genauso verhält es sich mit psychischen Energien, die z. B. als Aggression oder Sexualität in gleicher Weise destruktiv, aber ebenso wertvolle Voraussetzungen für entschlossenes Handeln oder liebevolle Beziehungen sein können.
Nicht übergestülpte Moral (= Methode des Christentums, Anm. v. mir) befähigt zu einer solchen Haltung sondern das gelebte Vorbild, genau das, was viele unserer frustrierten Jugendlichen nicht mehr angeboten bekommen.“ (S. 288-290)

dort kann man mehr über Asatru erfahren:
 
 

Odinic Rite Deutschland
 
 


Fra Ing's